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Wenn die Kälte den Lift stoppt

Auf einem Berggipfel in strahlender Sonne und klarer Luft zu stehen, ist magisch. Doch wenn die Temperaturen stark sinken, stehen wir in unseren Skigebieten vor schwierigen Entscheidungen. Eine Liftanlage wegen extremer Kälte zu schließen, hat nichts mit kalten Zehen zu tun – sondern mit deiner Sicherheit und der unseres Personals.

Warum werden Lifte geschlossen?

Der wichtigste Grund, warum wir den Betrieb bei strenger Kälte pausieren, ist die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeitenden.

Sinkt die Temperatur in Richtung –20°C, steigen die Risiken bei einem möglichen Betriebsstopp. Sollte der Lift anhalten und du sitzt hoch über dem Boden in extremer Kälte fest, kann die Situation schnell gefährlich werden. Die Abkühlung erfolgt innerhalb weniger Minuten, und eine Evakuierung ist sowohl für dich als Gast als auch für unser Rettungsteam sehr belastend, das sicher in den Liftmasten arbeiten muss.

Was ist der Kälteeffekt (Windchill)?

Oft ist nicht die tatsächliche Temperatur das größte Problem, sondern die Kombination aus Wind und Kälte – der sogenannte Windchill-Effekt. Bei der Entscheidung, einen Lift zu schließen, berücksichtigen wir daher nicht nur das Thermometer, sondern auch den Wind.

Als Skifahrer erzeugst du zudem deine eigene Fahrtwindkälte. Das bedeutet, dass sich –15°C im Stand bei 30 km/h wie –25°C anfühlen können. Wir tun alles, um unsere Lifte offen zu halten, aber die Sicherheit unserer Gäste und Mitarbeitenden hat immer Vorrang.

Lerne die Warnzeichen von Erfrierungen zu erkennen

Warnsignale:

Die Haut wird rot, kribbelt oder brennt. Wird sie weiß und wachsig, ist die Erfrierung ernster – oft an Nase, Wangen oder Ohren sichtbar.

Was du tun solltest:

  • Sofort ins Warme gehen – nicht noch eine Abfahrt riskieren.
  • Vorsichtig aufwärmen. Körperwärme verwenden, z. B. eine warme Hand auf die Stelle legen.
  • Nicht reiben – die Haut ist empfindlich und kann verletzt werden.
  • Lauwarmes Wasser (ca. 37°C) für kalte Füße, niemals heiß.

Unsere besten Tipps, um im Skigebiet warm zu bleiben

  • Morgendliche Gesichtsreinigung auslassen. Natürliche Hautöle schützen vor Kälte. Vermeide Wasser im Gesicht vor dem Rausgehen und benutze keine wasserbasierten Cremes.
  • Setze auf Wolle. Merinowolle hält warm, selbst wenn sie feucht wird – im Gegensatz zu Baumwolle.
  • Schütze deine Wangen. Nutze ein Buff oder ziehe die Jacke hoch, um Fahrtwind abzuhalten. Tausche den Buff aus, wenn er von der Atemluft feucht wird.
  • Bewegung hilft. Zehen und Finger bewegen, besonders beim Warten. Verwende Heizsohlen oder Heizungssocken und achte darauf, dass die Skischuhe nicht zu eng sitzen.
  • Achte aufeinander. Siehst du weiße Flecken auf jemandes Nase oder Wangen, bring die Person sofort ins Warme.
  • Besondere Vorsicht bei Kindern. Sie frieren schneller und brauchen häufigere Pausen.
  • Energie tanken. Ein Körper mit Energie friert nicht so schnell. Snacks oder Rosinen einpacken.
  • Pausen planen. Bei sehr kaltem Wetter alle 45–60 Minuten ins Warme gehen.
  • Schichtenprinzip. Eine zusätzliche Fleece- oder Wollschicht im Rucksack mitnehmen.

Tipps für unsere kleinsten Abenteurer

Kinder sind unsere wertvollsten Gäste, und sie reagieren besonders empfindlich auf Kälte. Sie frieren schneller als Erwachsene und brauchen etwas zusätzliche Fürsorge, wenn die Temperaturen sinken.

Besondere Aufmerksamkeit

Kinder merken oft selbst nicht, wenn sie zu kalt werden. Achte auf Wangen, Nasenspitze und kleine Finger.

Doppelte Fäustlinge

Schichten funktionieren auch an den Händen: ein dünner Wollfäustling direkt auf der Haut und ein warmer, wind‑ und feuchtigkeitsabweisender Fäustling darüber.

Macht mehrere Pausen

Geht hinein und wärmt euch häufig auf, trinkt etwas Warmes und sorgt dafür, dass der Körper sich erholen kan, bevor ihr wieder hinausgeht.